Lederwissen 20. August 2026 13 Min. Lesezeit

Lederarten im Überblick: Welches Leder eignet sich für Lederjacken?

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Leder ist nicht gleich Leder. Wer eine hochwertige Lederjacke kaufen möchte, stößt schnell auf Begriffe wie Rindsleder, Lammleder, Nappaleder, Vollnarbenleder, Nubuk oder Anilinleder. Dabei beschreiben diese Bezeichnungen nicht immer dasselbe Merkmal.

Manche Lederarten werden nach der Tierart unterschieden, andere nach dem verwendeten Teil der Haut, der Oberflächenbehandlung oder dem Gerbverfahren. Eine Jacke kann deshalb beispielsweise gleichzeitig aus Lammleder, Vollnarbenleder, Nappaleder und Anilinleder bestehen.

Um die Qualität und Eigenschaften einer Lederjacke richtig einschätzen zu können, ist es hilfreich, diese Unterschiede zu verstehen.

In diesem Leder-Guide erklären wir die wichtigsten Lederarten, ihre typischen Eigenschaften und welche Varianten besonders häufig für Lederbekleidung verwendet werden.

Was ist Leder eigentlich?

Leder entsteht aus tierischer Haut oder tierischem Fell, deren natürliche Faserstruktur durch die Gerbung dauerhaft stabilisiert wird. Durch weitere Verarbeitungsschritte erhält das Material anschließend die gewünschte Farbe, Oberfläche, Weichheit und Optik.

Die Leather Working Group definiert Leder als Material tierischen Ursprungs, dessen ursprüngliche Faserstruktur im Wesentlichen erhalten bleibt und das durch Gerbung haltbar gemacht wird.

Die Eigenschaften des fertigen Leders hängen von mehreren Faktoren ab:

  • der Tierart
  • der Beschaffenheit der Haut
  • der verwendeten Hautschicht
  • dem Gerbverfahren
  • der Oberflächenbehandlung
  • der Stärke des Leders
  • der abschließenden Zurichtung

Deshalb lässt sich die Frage nach der „besten Lederart“ nicht pauschal beantworten. Ein sehr weiches Leder kann für eine elegante Modejacke hervorragend geeignet sein, während für eine robustere Jacke ein festeres Leder gewünscht sein kann.

Lederarten nach Tierart

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Eine der einfachsten Möglichkeiten, Leder zu unterscheiden, ist die Herkunft der Haut. Für Bekleidung werden unter anderem Rind, Schaf beziehungsweise Lamm und Ziege verwendet.

Rindsleder

Rindsleder gehört zu den bekanntesten Lederarten. Je nach Verarbeitung kann es fest und griffig, aber auch vergleichsweise weich ausgeführt werden.

Durch seine möglichen Materialstärken und seine widerstandsfähige Struktur wird Rindsleder unter anderem für Jacken verwendet, bei denen eine kräftigere Haptik gewünscht ist. Es kommt außerdem bei Schuhen, Taschen, Gürteln und vielen weiteren Lederwaren zum Einsatz.

Bei Lederjacken wird Rindsleder häufig mit klassischen, markanten Stilrichtungen verbunden. Besonders Bikerjacken und andere Jacken mit einer etwas festeren Struktur können von diesem Charakter profitieren.

Dabei sollte man jedoch nicht allein aufgrund der Bezeichnung „Rindsleder“ auf die endgültige Haptik schließen. Gerbung, Stärke und Oberflächenbehandlung haben erheblichen Einfluss darauf, wie sich das fertige Leder anfühlt.

Lammleder

Lammleder ist besonders bei Modejacken beliebt, da es sehr weich und angenehm verarbeitet werden kann.

Es eignet sich gut für Lederjacken, bei denen Beweglichkeit, eine geschmeidige Oberfläche und ein leichteres Tragegefühl im Vordergrund stehen. Deshalb findet man Lammleder sowohl bei klassischen Lederjacken als auch bei moderneren Biker-, Bomber- und Fashion-Modellen.

Die natürliche Struktur kann feiner wirken als bei kräftigerem Rindsleder.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Lammlederjacke automatisch dünn oder empfindlich ist. Auch hier spielen Verarbeitung, Lederstärke und Finish eine entscheidende Rolle.

Schafsleder

Die Begriffe Lammleder und Schafsleder werden gelegentlich miteinander vermischt, bezeichnen aber nicht exakt dasselbe.

Lammleder stammt von jüngeren Tieren, während Schafsleder von ausgewachsenen Schafen stammt. Beide Leder können für Bekleidung verwendet werden.

Schafsleder kann zu sehr weichem Bekleidungsleder verarbeitet werden und wird unter anderem für Nappaleder sowie für Leder mit angerauter Oberfläche verwendet.

Eine besondere Form ist das sogenannte Double-Face-Leder, bei dem das natürliche Fell erhalten bleibt. Solche Materialien werden beispielsweise für warme Shearling- beziehungsweise Lammfelljacken verwendet.

Ziegenleder

Ziegenleder ist eine weitere Lederart, die für Bekleidung eingesetzt werden kann. Es lässt sich zu geschmeidigem Vollnarbenleder oder Veloursleder verarbeiten.

Die Oberfläche besitzt häufig eine charakteristische natürliche Struktur. Je nach Verarbeitung kann Ziegenleder eine interessante Kombination aus relativ geringem Gewicht und einer griffigen Oberfläche bieten.

Wie bei anderen Lederarten gilt auch hier: Die Tierart allein bestimmt nicht die Qualität des Endprodukts.

Vollnarbenleder: Was bedeutet Full Grain Leather?

Vollnarbenleder, im Englischen als „Full Grain Leather“ bezeichnet, ist Leder, bei dem die natürliche Narbenschicht vollständig erhalten wurde.

Die Oberfläche wurde also nicht durch Schleifen oder ähnliche mechanische Korrekturen entfernt.

Dadurch bleiben natürliche Merkmale der Haut sichtbar. Dazu können feine Poren, unterschiedliche Strukturen oder kleine Unregelmäßigkeiten gehören.

Vollnarbenleder wird häufig mit hochwertigem Leder verbunden. Trotzdem sollte man die Bezeichnung nicht als alleinigen Qualitätsnachweis betrachten.

Eine hochwertige Lederjacke hängt nicht nur davon ab, ob Vollnarbenleder verwendet wird. Auch die Auswahl der Häute, die Gerbung, die Stärke des Materials, die Verarbeitung und die Konstruktion der Jacke sind wichtig.

Für Käufer ist Vollnarbenleder vor allem interessant, wenn eine möglichst natürliche Lederoberfläche gewünscht wird.

Was ist korrigiertes Narbenleder?

Nicht jede Tierhaut besitzt eine vollkommen gleichmäßige Oberfläche.

Bei korrigiertem Narbenleder wird die Narbenschicht teilweise mechanisch bearbeitet, beispielsweise durch Schleifen. Anschließend kann die Oberfläche durch eine Zurichtung optisch vereinheitlicht werden.

Auf diese Weise lassen sich natürliche Unebenheiten reduzieren und eine gleichmäßigere Optik erzeugen.

Korrigiertes Narbenleder ist nicht automatisch minderwertiges Leder. Es besitzt lediglich eine stärker bearbeitete Oberfläche als Vollnarbenleder.

Je nach gewünschtem Design kann gerade eine gleichmäßige Oberfläche von Vorteil sein.

Was ist Spaltleder?

Tierhäute können aufgrund ihrer Stärke horizontal in verschiedene Schichten geteilt werden. Dieser Prozess wird als Spalten bezeichnet.

Die obere Schicht enthält die natürliche Narbenseite. Darunter können sogenannte Fleisch- beziehungsweise Mittelspalte entstehen.

Leder aus diesen unteren Schichten wird als Spaltleder bezeichnet.

Spaltleder kann weiter bearbeitet, beschichtet oder angeraut werden. Besonders bei Veloursleder kann Spaltleder eine Rolle spielen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Spaltleder und einem Leder, bei dem die ursprüngliche Narbenschicht erhalten geblieben ist. Beide Materialien sind echtes Leder, besitzen aber eine unterschiedliche Struktur und Oberfläche.

Nappaleder: Eine Lederart oder eine Oberfläche?

Der Begriff Nappaleder sorgt besonders häufig für Verwirrung.

Nappa bezeichnet keine bestimmte Tierart.

Nappaleder kann beispielsweise aus Schaf-, Lamm-, Ziegen- oder auch Rindsleder hergestellt werden. Fachlich wird Nappa als weiches Vollnarbenleder beschrieben, das durchgefärbt und nur leicht zugerichtet ist.

Gerade seine weiche Haptik macht Nappaleder für Bekleidung interessant.

Das technische Forschungs- und Prüfinstitut SATRA beschreibt Nappa, Velours und weitere Lederarten im Zusammenhang mit der Herstellung von Lederbekleidung. Schaf, Lamm und Ziege spielen dabei eine wichtige Rolle, da daraus besonders weiche Bekleidungsleder hergestellt werden können.

Bei einer Produktbeschreibung wie „Lamm-Nappaleder“ beschreibt „Lamm“ also die Herkunft der Haut und „Nappa“ die Art beziehungsweise Charakteristik des verarbeiteten Leders.

Nubukleder: Samtig auf der Narbenseite

Nubuk besitzt eine charakteristische samtige Oberfläche.

Für Nubukleder wird die Narbenseite des Leders leicht angeschliffen. Dadurch entsteht ein sehr feiner Flor, der dem Material seine typische weiche und matte Optik verleiht.

Die ursprüngliche Narbenstruktur bleibt dabei grundsätzlich noch erkennbar.

Nubuk wird deshalb häufig mit einer besonders natürlichen und hochwertigen Optik verbunden. Durch den feinen Flor kann sich die Farbe je nach Strichrichtung optisch leicht verändern.

Nubukleder sollte nicht mit Veloursleder gleichgesetzt werden, obwohl sich beide Oberflächen ähnlich anfühlen können.

Veloursleder: Was ist der Unterschied zu Nubuk?

Veloursleder besitzt ebenfalls eine weiche, samtige Oberfläche. Der Flor entsteht durch mechanisches Aufrauen beziehungsweise Schleifen.

Der entscheidende Unterschied zu Nubuk liegt in der verwendeten Lederseite und Verarbeitung.

Nubuk wird auf der Narbenseite fein angeschliffen. Velours wird dagegen typischerweise auf der Fleischseite beziehungsweise auf einer entsprechenden Spaltoberfläche bearbeitet.

Dadurch entsteht häufig ein etwas ausgeprägterer Flor.

Im englischen Sprachraum wird für Veloursleder häufig der Begriff „Suede“ verwendet.

Bei Lederjacken sorgt Velours für eine deutlich andere Optik als klassisches Glattleder. Statt einer glatten oder leicht glänzenden Oberfläche entsteht ein weicher, matter und strukturierter Look.

Anilinleder: Besonders natürliche Lederoptik

Eine weitere wichtige Unterscheidung betrifft die Art der Oberflächenfärbung.

Bei Anilinleder bleibt die natürliche Narbung deutlich sichtbar. Die Oberfläche besitzt keine deckende Pigmentschicht.

Dadurch bleiben natürliche Unterschiede der Haut besonders gut erkennbar.

Bei einer Anilinfärbung können beispielsweise Poren, leichte Farbunterschiede und individuelle Strukturen sichtbar bleiben. Genau diese Merkmale sorgen für die charakteristische natürliche Optik.

Da die Oberfläche weniger stark abgedeckt ist, können Gebrauchsspuren und Veränderungen mit der Zeit ebenfalls deutlicher sichtbar werden.

Semi-Anilinleder

Semi-Anilinleder liegt zwischen einer sehr natürlichen Anilinoberfläche und stärker pigmentiertem Leder.

Bei Semi-Anilinleder wird eine geringe Menge Pigment in der Zurichtung verwendet. Die natürliche Narbung des Leders bleibt trotzdem sichtbar.

Die Oberfläche kann dadurch gleichmäßiger erscheinen, ohne den natürlichen Ledercharakter vollständig zu verdecken.

Für Verbraucher ist diese Unterscheidung vor allem hilfreich, weil Begriffe wie Lammleder oder Rindsleder allein noch nichts darüber aussagen, wie stark die Oberfläche behandelt wurde.

Pigmentiertes Leder

Bei pigmentiertem Leder wird eine deckendere Farbschicht auf die Oberfläche aufgebracht.

Dadurch wird die natürliche Narbung teilweise beziehungsweise vollständig durch die Zurichtung überdeckt.

Eine pigmentierte Oberfläche kann sehr gleichmäßig wirken und ermöglicht eine große Bandbreite an Farben und optischen Effekten.

Auch pigmentiertes Leder bleibt echtes Leder. Die Art der Oberflächenbehandlung sollte nicht mit der Frage verwechselt werden, ob das Grundmaterial echtes oder synthetisches Leder ist.

Was bedeutet pflanzlich gegerbtes Leder?

Lederarten können zusätzlich nach ihrem Gerbverfahren unterschieden werden.

Bei der Gerbung wird die tierische Haut dauerhaft stabilisiert und dadurch in Leder umgewandelt.

Eine Möglichkeit ist die pflanzliche Gerbung, bei der pflanzliche Gerbstoffe verwendet werden. Diese können beispielsweise aus unterschiedlichen pflanzlichen Rohstoffen gewonnen werden.

Daneben gibt es weitere Verfahren, darunter die Chromgerbung sowie chromfreie Gerbmethoden.

Das Gerbverfahren kann Einfluss auf Farbe, Griff, Verarbeitung und weitere Eigenschaften des Leders haben.

„Pflanzlich gegerbt“ beschreibt deshalb nicht die Tierart oder Hautschicht, sondern die Methode, mit der die Haut zu Leder verarbeitet wurde.

Ist Nappaleder besser als Rindsleder?

Diese Frage beruht auf zwei Begriffen, die unterschiedliche Dinge beschreiben.

Rindsleder bezeichnet die Herkunft des Leders.

Nappa bezeichnet eine bestimmte Art beziehungsweise Charakteristik des fertigen Leders.

Es gibt deshalb auch Rindsnappaleder.

Genauso kann Nappaleder aus Schaf, Lamm oder Ziege hergestellt werden.

Statt „Nappaleder oder Rindsleder?“ wäre daher die bessere Frage: Welche Kombination aus Tierart, Oberfläche, Stärke und Verarbeitung eignet sich am besten für den gewünschten Einsatzzweck?

Rindsleder oder Lammleder für eine Lederjacke?

Beide Lederarten können sehr gut für Lederjacken geeignet sein. Sie erzeugen jedoch häufig einen unterschiedlichen Charakter.

Eigenschaft Rindsleder Lammleder
Typische Haptik kräftiger, griffiger weich, geschmeidig
Typische Optik markant, strukturiert fein, elegant
Gewicht je nach Stärke häufig höher häufig leichter
Beliebte Verwendung Bikerjacken, klassische Jacken Fashion-, Biker- und Bomberjacken
Beweglichkeit abhängig von Stärke und Verarbeitung häufig sehr geschmeidig

Diese Angaben beschreiben typische Tendenzen. Ein dünn verarbeitetes Rindsleder kann beispielsweise weicher sein als ein entsprechend stärker verarbeitetes Schafsleder.

Das Material sollte deshalb immer zusammen mit Lederstärke, Schnitt und Verarbeitung beurteilt werden.

Welche Lederart eignet sich am besten für Lederjacken?

Es gibt nicht die eine Lederart, die für jede Jacke am besten geeignet ist.

Für eine weiche, geschmeidige Modejacke können Lamm-, Schaf- oder Ziegenleder besonders interessant sein. SATRA nennt gerade Schaf, Lamm und Ziege als wichtige Ausgangsmaterialien für weiche Bekleidungsleder.

Für einen kräftigeren, markanteren Charakter kann dagegen Rindsleder eine passende Wahl sein.

Auch die Oberfläche verändert die Wirkung erheblich:

  • Vollnarbenleder bewahrt die natürliche Narbung.
  • Nappaleder steht für einen weichen, geschmeidigen Charakter.
  • Nubuk erzeugt eine feine samtige Oberfläche.
  • Velours wirkt weich, matt und stärker aufgeraut.
  • Anilinleder zeigt die natürliche Struktur besonders deutlich.
  • Pigmentiertes Leder besitzt eine gleichmäßigere, stärker zugerichtete Oberfläche.

Der gewünschte Stil der Jacke ist deshalb mindestens genauso wichtig wie die Tierart.

Wer unterschiedliche Modelle und Stilrichtungen vergleichen möchte, findet bei Echtlederjacken eine Auswahl an Lederjacken für Herren sowie Lederjacken für Damen.

Woran erkennt man hochwertiges Leder?

Die Lederbezeichnung allein reicht nicht aus, um die Qualität einer Jacke abschließend zu beurteilen.

Bei einer Lederjacke sollten mehrere Faktoren betrachtet werden:

Oberfläche

Echtes Leder kann natürliche Unterschiede in Narbung und Struktur besitzen. Eine vollkommen identische Oberfläche auf jedem einzelnen Bereich ist nicht zwingend ein Qualitätsmerkmal.

Haptik

Das Leder sollte zum vorgesehenen Stil der Jacke passen. Eine klassische Fashion-Jacke kann bewusst weich und geschmeidig gestaltet sein, während bei anderen Modellen eine festere Struktur erwünscht ist.

Verarbeitung

Auch hochwertiges Leder kann seine Vorteile nicht ausspielen, wenn eine Jacke schlecht verarbeitet wurde.

Nähte, Reißverschlüsse, Futter, Taschen und die Verarbeitung der einzelnen Lederteile sollten deshalb ebenfalls berücksichtigt werden.

Passform

Die beste Lederart nützt wenig, wenn die Jacke nicht richtig sitzt. Schulterbreite, Ärmellänge, Brustumfang und der gewünschte Schnitt sind bei der Auswahl mindestens ebenso wichtig wie das Material.

Ist echtes Leder immer besser als Kunstleder?

Kunstleder ist technisch keine Lederart, sondern ein alternatives Material, das die Optik von Leder nachbilden soll.

Während echtes Leder aus tierischer Haut hergestellt wird und seine natürliche Faserstruktur besitzt, werden Kunstleder üblicherweise aus textilen Trägermaterialien mit synthetischen Beschichtungen hergestellt.

Beide Materialgruppen besitzen eigene Eigenschaften und Einsatzbereiche.

Wer gezielt nach einer Jacke aus echtem Leder sucht, sollte deshalb auf eine klare Materialangabe achten und Begriffe wie „Lederoptik“, „PU-Leder“ oder „synthetisches Leder“ nicht mit echtem Leder gleichsetzen.

Welche Lederart ist besonders weich?

Bei Bekleidung werden häufig Lamm-, Schaf- und Ziegenleder eingesetzt, wenn eine besonders weiche Haptik gewünscht ist.

Auch Nappaleder ist für seinen geschmeidigen Charakter bekannt.

Die tatsächliche Weichheit hängt jedoch nicht nur von der Tierart ab. Gerbung, Lederstärke, Fette, mechanische Verarbeitung und Oberflächenbehandlung können das Endergebnis erheblich beeinflussen.

Zwei Lederjacken aus derselben Tierart können sich deshalb deutlich unterschiedlich anfühlen.

Welche Lederart ist besonders robust?

Auch Robustheit lässt sich nicht ausschließlich anhand der Tierart bestimmen.

Rindsleder wird häufig für Anwendungen verwendet, bei denen ein festeres und widerstandsfähigeres Material gefragt ist. Bei Motorradbekleidung spielen darüber hinaus Lederstärke, Abriebfestigkeit und die gesamte Schutzkonstruktion eine wichtige Rolle.

Eine gewöhnliche Mode-Bikerjacke sollte deshalb nicht automatisch mit zertifizierter Motorradschutzbekleidung gleichgesetzt werden.

Für eine Alltagslederjacke geht es eher darum, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Haltbarkeit, Komfort, Gewicht und gewünschter Optik zu erreichen.

Häufig gestellte Fragen zu Lederarten

Welche Lederarten gibt es?

Leder kann auf unterschiedliche Weise klassifiziert werden. Häufige Bezeichnungen sind unter anderem Rindsleder, Lammleder, Schafsleder und Ziegenleder sowie Vollnarbenleder, Spaltleder, Nappaleder, Nubukleder, Veloursleder, Anilinleder und pigmentiertes Leder.

Was ist das hochwertigste Leder?

Es gibt keine einzelne Lederart, die automatisch für jeden Einsatzzweck die hochwertigste ist. Vollnarbenleder wird aufgrund seiner erhaltenen natürlichen Narbenschicht häufig als hochwertig angesehen. Die Gesamtqualität eines Produkts hängt jedoch auch von Hautauswahl, Gerbung, Verarbeitung und Konstruktion ab.

Was ist besser, Rindsleder oder Lammleder?

Das hängt vom gewünschten Ergebnis ab. Lammleder kann besonders weich und geschmeidig verarbeitet werden. Rindsleder eignet sich gut für Jacken mit einem kräftigeren Charakter. Beide können hochwertige Lederjacken ergeben.

Ist Nappaleder echtes Leder?

Ja. Nappaleder ist echtes Leder. Der Begriff bezeichnet keine Kunstlederart und auch keine bestimmte Tierart. Nappa wird fachlich als weiches, durchgefärbtes und leicht zugerichtetes Vollnarbenleder beschrieben.

Ist Spaltleder echtes Leder?

Ja. Spaltleder entsteht aus einer unteren Schicht einer tierischen Haut, nachdem diese horizontal geteilt wurde. Es handelt sich um echtes Leder, unterscheidet sich strukturell jedoch von der oberen Narbenschicht.

Was ist der Unterschied zwischen Nubuk und Veloursleder?

Nubuk entsteht durch feines Anschleifen der Narbenseite. Velours besitzt eine aufgeraute, samtige Oberfläche, die typischerweise auf der Fleischseite beziehungsweise einer entsprechenden Spaltschicht erzeugt wird. Nubuk hat meist einen feineren Flor.

Was ist Vollnarbenleder?

Vollnarbenleder ist Leder, bei dem die natürliche Narbenschicht erhalten geblieben und nicht durch korrigierendes Schleifen entfernt worden ist. Natürliche Oberflächenmerkmale können dadurch weiterhin sichtbar sein.

Welches Leder wird für Lederjacken verwendet?

Für Lederjacken können unter anderem Lammleder, Schafsleder, Rindsleder und Ziegenleder verwendet werden. Darüber hinaus unterscheiden sich Jacken nach Oberfläche und Verarbeitung, beispielsweise als Nappa-, Vollnarben-, Nubuk- oder Veloursleder.

Fazit: Bei Lederarten zählt mehr als nur die Tierart

Begriffe wie Rindsleder, Lammleder, Nappaleder und Vollnarbenleder werden häufig nebeneinander verwendet, obwohl sie unterschiedliche Eigenschaften des Materials beschreiben.

Die Tierart erklärt, woher die Haut stammt. Begriffe wie Vollnarbenleder oder Spaltleder beschreiben dagegen den verwendeten Bereich beziehungsweise die Bearbeitung der Haut. Nappa, Nubuk und Velours beziehen sich wiederum auf bestimmte Eigenschaften oder Oberflächen des fertigen Leders. Anilin, Semi-Anilin und Pigmentierung beschreiben zusätzlich, wie die Oberfläche zugerichtet wurde.

Wer eine Lederjacke auswählt, sollte deshalb nicht nach einem einzigen vermeintlichen Qualitätsbegriff suchen.

Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Lederart, Oberfläche, Stärke, Verarbeitung, Passform und Einsatzzweck.

Eine gute Lederjacke zeichnet sich letztlich dadurch aus, dass das verwendete Leder zum Design der Jacke passt, sorgfältig verarbeitet wurde und den gewünschten Tragekomfort und Charakter bietet.

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